Polster- und Wohnmöbelhersteller fordern Augenmaà bei EU-Verordnungen
08.05.2026
HERFORD/RHEDA-WIEDENBRĂCK. Die EuropĂ€ische Ăkodesignverordnung (ESPR) und die damit verbundenen Auflagen fĂŒr die Unternehmen waren Schwerpunktthema der gemeinsamen Sitzung der VorstĂ€nde der VerbĂ€nde der Deutschen Polstermöbel- sowie Wohnmöbelindustrie (VdDP/VdDW) am 6. Mai 2026 bei der 3C-Gruppe in Rheda-WiedenbrĂŒck. Vor diesem Hintergrund machten die VerbĂ€nde deutlich, dass sie sich aktiv in den weiteren Ausgestaltungsprozess der ESPR im Sinne der Unternehmen einbringen werden.  Â
âWir wollen mit unserer Arbeit auf europĂ€ischer und nationaler Ebene dazu beitragen, die Erarbeitung der konkreten Ăkodesign-Anforderungen fĂŒr Möbel praxisnah und mit AugenmaĂ zu begleitenâ, erklĂ€rte VerbandsgeschĂ€ftsfĂŒhrer Jan Kurth. âDie Unternehmen der Branche haben momentan alle HĂ€nde voll damit zu tun, sich in dem extrem herausfordernden Umfeld zu behaupten. Weitere administrative Lasten ohne relevante Marktvorteile werden deshalb sehr kritisch gesehen.â Olaf PlĂŒmer, der sich bei den MöbelverbĂ€nden gemeinsam mit Heiner Strack intensiv mit dem Thema auseinandersetzt, fĂŒhrte aus: âWir haben intern frĂŒhzeitig Strukturen geschaffen, um auf Anfragen der EuropĂ€ischen Kommission reprĂ€sentativ und qualifiziert reagieren zu können.âÂ
In spezialisierten Arbeitsgruppen auf nationaler und europĂ€ischer Ebene solle die fachliche Expertise gebĂŒndelt eingebracht werden. Ziel sei es, den bĂŒrokratischen Aufwand fĂŒr Unternehmen so gering wie möglich zu halten und deren WettbewerbsfĂ€higkeit zu sichern. Der Vorsitzende des VdDP, Leo LĂŒbke, fasste zusammen: âWir unterstĂŒtzen die ökologischen Zielsetzungen der Verordnung ausdrĂŒcklich. Nachhaltige Produktion ist fĂŒr unsere Branche lĂ€ngst gelebte Praxis. Umso wichtiger ist es, dass die Anforderungen praxistauglich bleiben und die Betriebe nicht durch ĂŒbermĂ€Ăige BĂŒrokratie ausgebremst werden. Mit der strukturierten Arbeit der VerbĂ€nde sind wir hier auf einem guten Weg.â
Neben den Anforderungen seitens der EU macht den Polster- und Wohnmöbelherstellern die wirtschaftliche Lage zu schaffen. Im Jahr 2025 mussten die deutschen Polstermöbelhersteller einen UmsatzrĂŒckgang von 6,3 Prozent hinnehmen, die UmsĂ€tze der Wohnmöbelhersteller sanken um 5,5 Prozent. Die geopolitischen Unsicherheiten haben den Start ins GeschĂ€ftsjahr 2026 weiter ĂŒberschattet: Bis Ende Februar ging der Umsatz mit Polstermöbeln um 12,4 Prozent zurĂŒck, der Wohnmöbelumsatz schrumpfte um 8,6 Prozent.
âDie Folgen des Kriegs im Iran und der Anstieg der Energiekosten fĂŒhren dazu, dass die Verbraucher gröĂere Anschaffungen zurĂŒckstellenâ, erlĂ€uterte Jan Kurth. Das zeigt sich auch in den wertmĂ€Ăigen AuftragseingĂ€ngen, die von Januar bis MĂ€rz 2026 um 11 Prozent (Polster) bzw. 13 Prozent (Wohnen) unter dem Vorjahreszeitraum lagen. Umso wichtiger sei es, so Kurth, zentrale Impulse etwa ĂŒber eine Belebung des Wohnungsbaus zu setzen.Â
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Bild: Die VorstĂ€nde der VerbĂ€nde der Deutschen Polster- und Wohnmöbelindustrie trafen sich bei 3C in Rheda-WiedenbrĂŒck. Foto: VdDK/VdDW
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